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Demenztherapie
Demenztherapie
was passiert da?
Sie erhalten psychotherapeutische Unterstützung zur seelischen Bewältigung der neuen Situation.
Als Betroffene(r) und als Angehörige(r).
Als Betroffene(r):
Die Diagnose Demenz bringt ihre bisherige Lebensplanung gehörig durcheinander. Vielleicht macht ihnen die Diagnose auch Angst. Angst vor der Zukunft. Angst vor dem, was auf sie zukommt.
Sie können hier in einem vertraulichen Rahmen offen über ihre Ängste und Bedenken sprechen.
Sie können lernen, wie sie mit der neuen Herausforderung leben und trotzdem die Lebensfreude nicht verlieren.
Sie erhalten Hilfestellungen für den Alltag in Bezug auf Aktivierung und Training ihrer kognitiven Leistungsfähigkeiten.
Als Angehörige(r):
Die Diagnose bei ihrem Partner oder ihrer Partnerin bringt auch ihre Lebensplanung gehörig durcheinander.
Sie können lernen, ihre aufkommenden Gefühle einzuordnen. Es können Gefühle wie Trauer, Angst, Ohnmacht oder Schuld entstehen. Gemeinsam schauen wir genau hin, warum diese Gefühle sich entwickeln und wie sie damit umgehen können.
Sie können ein gesundes Nähe-Distanz-Verhalten lernen, damit sie sich nicht verlieren.
Die Thematik „in der eigenen Kraft bleiben“ kann ihnen im Alltag helfen, ihre vorhandenen Ressourcen zu aktivieren und bei der Bewältigung der neuen Aufgaben einzusetzen.
Lernen Sie getrennt oder gemeinsam, die neuen Umstände zu akzeptieren und das Leben mit Freude auszufüllen.
Biografiearbeit
Die Biografiearbeit ist eine Methode, die mit Hilfe biografischer Elemente auf spielerisch-künstlerische Art und Weise eine Vielzahl von Erfahrungen, Begegnungen, Erfolgen, Misserfolgen, Trennungen, Krankheiten und anderen Ereignisse untersucht, um einen möglichen inneren Zusammenhang aller Ereignisse erkennen zu können.
Mit dem Alter, besonders bei Demenz, nimmt das Erinnerungsvermögen ab. Biografiearbeit ist dann ein Schlüssel zu noch vorhandenen Fähigkeiten, die es bewusst zu fördern gilt, um sie noch möglichst lange zu erhalten. Die Biografiearbeit ist auf das gerichtet, was der von Demenz betroffene Mensch noch kann, welche Kompetenzen er noch hat. Es stellt sich die Frage: Wie wurde der Mensch zu dem was er ist, was er kann, was er mag? Um dieser Frage nachzugehen, müssen möglichst vielfältige Informationen aus der Biografie eines Menschen gesammelt werden.
Dabei werden folgende Einflüsse betrachtet:
Die soziale Situation:
- Familienstand früher und aktuell
- Kinder
- Soziales Umfeld
- Vermögen und Einkommen
Die kulturellen Grundlagen:
- Herkunft kulturell, örtlich, zeitliche Veränderungen
- Persönliche Traditionen
- Interessen, Hobbys, Engagement
Glaubensbiografie:
- Angehörigkeit zu einer Glaubensrichtung
- Wie ausgeprägt ist die Beziehung im Glauben
- Mythologische Elemente
- Spiritualität
Bildungsbiografie
- Ausbildung schulisch und beruflich
- Berufliche Tätigkeiten
- Verantwortlichkeiten
In der Biografiearbeit ist es gut, zusätzlich visuelle Anreize zu bieten: vertraute Objekte (Mobiliar, Familienbilder, Fotos allgemein, Bücher, Formen, Oberflächen, Gegenstände aus dem Alltag) welche die Erinnerungen wachhalten, zurückrufen und eine Verständigung erleichtern. Auch Gerüche (Düfte) und Musik wecken Erinnerungen. Hierbei helfen kleine Duftbehältnisse, in die zum Beispiel Kaffeepulver, Tannenzweige, Vanilleschoten, Zimtstangen, Anissterne und vieles mehr gelegt werden und erst beim Öffnen ihren Duft verströmen. Für die musikalische Erinnerung ist es hilfreich Volks- oder Schlagermusik der Zeit des Betroffenen zu kennen und mit dem Menschen zu singen.
Es gibt wunderbare Bücher zum Selberausfüllen, die eine strukturierte Anleitung von Kindheit bis heute bieten. Meiner Meinung nach ist es für jeden Menschen – auch für einen völlig gesunden Menschen – hilfreich, seine eigene Biografie mal darzulegen. Das hilft jedem Einzelnen, einen Blick auf das bisherige Leben und seinen Verlauf zu geben und Muster zu erkennen. Gerade wenn ein Mensch in seinem Leben an einen Scheideweg gelangt, helfen diese Erkenntnisse, Veränderungen anzugehen.
Demenztherapeutin - was ist das
Kurz gesagt: die psychotherapeutische Spezialisierung auf das Krankheitsbild Demenz.
Die von mir praktizierte Demenztherapie ist eine Psychotherapie, die bei der seelischen Verarbeitung der Diagnose Demenz Betroffene und Angehörige unterstützt. Besonders bei Angehörigen unterstütze ich durch therapeutische Begleitung in den besonders herausfordernden Phasen.
Eine fundierte Ausbildung ist notwendig. Bei mir ist es die Ausbildung zur Heilpraktikerin beschränkt auf Psychotherapie und unter anderem die Ausbildung zur Demenztherapeutin. Dazu entsprechende Fortbildungen.
Es geht um die seelische Belastungssituation von den an Demenz erkrankten Menschen und deren Angehörigen.
Dazu muss ich alle Formen der Demenzerkrankung (es gibt nicht nur Alzheimer) kennen, die Symptome die zu einer Diagnose führen, die Symptome und degenerativen Entwicklungen in den verschiedenen Stadien der Erkrankung, die Methoden der Diagnostik, sowie vorhandene Möglichkeiten für eine eventuelle medikamentöse Unterstützung (hier nur die Information, da ich keine Medikamentionen vornehme).
Zusätzlich bedarf es einer hohen emphatischen Fähigkeit (die Schuhe des anderen anziehen), der Kenntnis über die Möglichkeiten der Mimikresonanztechnik in der nonverbalen Kommunikation, die Kenntnis über Biografiearbeit, Kenntnis über die Methoden im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen (z.B. Validierung nach Naomi Feil)
Mittels verschiedener therapeutischer Möglichkeiten und entsprechendem „Handwerkszeug“ kann ich die Demenzpatienten und insbesondere die Angehörigen wirkungsvoll unterstützen, die neue Lebenssituation zu akzeptieren und sich in die neue Lebenssituation einzufinden.